Chlorella vulgaris: Die vielseitige Mikroalge – Ein Überblick

Pflanzenstoffe
Chlorella vulgaris: Die vielseitige Mikroalge – Ein Überblick
zuletzt aktualisiert: 20.03.2025
Lesedauer: 8 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Chlorella vulgaris: Eine Mikroalge zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung – Ein Überblick

Chlorella vulgaris: Die vielseitige Mikroalge – Ein Überblick

Chlorella vulgaris ist eines der vollwertigsten Lebensmittel, das viele wichtige Vitamine und Mineralien enthält. Gleichzeitig verfügt Chlorella über einen hohen Proteinanteil und ist dennoch kalorienarm. Aufgrund dieser besonderen Kombination wird die im Süßwasser lebende Mikroalge in der ganzheitlichen Naturheilkunde und auch als Nahrungsergänzung gerne eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Chlorella vulgaris: Ein Nährstoffwunder, das ganzheitlich stärkt

Chlorella vulgaris ist eine kugelförmige, einzellige Mikroalge, die im Süßwasser lebt und so klein ist, dass sie nur mikroskopisch erkennbar ist. Dabei ist die Mikroalge trotz ihrer geringen Größe ein wahres Nährstoffwunder und wird in der Naturheilkunde vielfach eingesetzt.

Denn die Mikroalge enthält...

  • sekundäre Pflanzenstoffe (allem voran Chlorophyll),
  • essenzielle Mineralien wie Magnesium, Kalium, Eisen und Zink sowie
  • wertvolle Vitamine (darunter Vitamin A, C, D, E, B9 sowie Vitamin B12 (Cobalamin)),

die allesamt wichtig für eine normale Funktion des Körpers sind.

Eine der wenigen pflanzlichen Vitamin-B12-Quellen

Gerade ihr hoher Vitamin-B12-Gehalt macht sie dabei besonders attraktiv für alle, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Denn Vitamin B12, das maßgeblich für den Energiestoffwechsel und eine normale Funktion des Nervensystems eine Rolle spielt, kommt fast ausschließlich in tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern vor.

Chlorella Algen gehören damit zu den wenigen pflanzlichen Ausnahmen, die Vitamin B12 enthalten, das gleichzeitig auch für den Menschen nutzbar ist. Denn andere Algenarten, wie bspw. Spirulina platensis, produzieren lediglich ein Vitamin-B12-Analogon, ein sog. Pseudovitamin, das von seiner chemischen Struktur her dem Vitamin B12 ähnelt, jedoch inaktiv ist und nicht vom menschlichen Organismus verwertet werden kann.

Das Vitamin B12 von Chlorella vulgaris ist bakteriellen und nicht pflanzlichen Ursprungs

Das Vitamin B12 von Chlorella vulgaris wird als große Besonderheit dagegen nicht von der Alge selbst hergestellt, sondern von den an ihr anhaftenden Bakterien. Diese leben mit der Alge in einem nützlichen Gemeinschaftsverhältnis (sog. Symbiose), ähnlich der Bakteriengesellschaft im menschlichen Darm. Der Vitamin-B12-Gehalt ist dabei stark abhängig vom Vorhandensein dieser Bakterien und den damit verbundenen Anbau- und Erntemethoden für Chlorella vulgaris.

Das von den Bakterien produzierte Vitamin B12 kann vom menschlichen Organismus verwertet und als Ausgleich bei Mehrbedarf genutzt werden1.

Chlorella vulgaris eignet sich besonders gut, um einen Vitamin-B12-Mehrbedarf von Veganern und Vegetariern abzudecken

Um den täglichen Bedarf an Vitamin B12, insbesondere für Veganer und Vegetarier, die ausschließlich auf pflanzliche Quellen angewiesen sind, ausreichend abdecken zu können, sollte darauf geachtet werden, dass die Mikroalgen bei Nahrungsergänzungsmitteln mit mindestens 3 g die offiziell empfohlene Menge von 3 µg erreichen. Andernfalls wird die Anzahl der zu konsumierenden Tabletten, Presslinge oder des einzunehmenden Pulvers zu groß.

Bei überdurchschnittlich erhöhten Vitamin-B12-Bedarfen muss auf spezielle Konzentrate zurückgegriffen werden

Bei extremen Mangelzuständen oder bestimmten Indikationen kann die Gabe von therapeutischen Vitamin-B12-Dosen erforderlich sein. In solchen Fällen reichen natürliche Chlorella-Presslinge nicht aus, sondern es werden hochkonzentrierte, teilweise sogar synthetische Vitamin-B12-Präparate mit Konzentrationen von 50-200 µg verwendet.

Der hohe Eisengehalt fördert die Blutbildung

Darüber hinaus besitzen Chlorella Algen einen außerordentlich hohen Eisenanteil, der ebenfalls in einer vegetarischen bzw. veganen Ernährungsform oftmals im unteren Bedarfsbereich liegt, für eine ausreichende Blutbildung im Körper aber unterstützend ist.

Enthält Chlorophyll

Zu den bedeutendsten sekundären Pflanzenstoffen, die in Chlorella Algen enthalten sind, gehört das Chlorophyll, was sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild anhand ihrer satt-grünen Farbe widerspiegelt. Chemisch ähnelt das Chlorophyll-Molekül dabei dem menschlichen Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, weshalb es bisweilen auch als „grünes Blut“ bezeichnet wird.

Es enthält Magnesium-Ionen in seinem aktiven Zentrum, das im sauren Milieu des Magens herausgelöst werden kann. Das Magnesium ist dabei Cofaktor und Aktivator von über 300-600 Enzymen und wichtig für den Stoffwechsel des Körpers.

Hoher Proteingehalt, Kalorienarmut und geringer Jodanteil

Bemerkenswert ist auch der hohe Protein-Anteil getrockneter Chlorella Algen von 51-58 %. Gleichzeitig sind die Algen kalorienarm und enthalten alle essenziellen Aminosäuren. Da die Süßwasseralge nahezu jodfrei ist, kann sie außerdem auch unbedenklich von Menschen verzehrt werden, die auf eine geringe Jodzufuhr achten müssen.

Die Vorteile von Chlorella vulgaris

Dank ihres großen Vitalstoffreichtums bietet Chlorella vulgaris auch zahlreiche Vorteile. So wird die Süßwasseralge u.a. im Körper basisch verstoffwechselt.

Chlorella wird basisch verstoffwechselt

Damit leistet sie einen Beitrag zur Säure-Basen-Balance, die oftmals durch eine übermäßige Säurezufuhr in Form von säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Käse und Quark aus dem Gleichgewicht gerät. Denn die meisten Enzyme benötigen für ihre Aktivität einen neutralen oder leicht basischen pH-Wert. Aus diesem Grund werden in der ganzheitlichen Naturheilkunde auch regelmäßig Entsäuerungskuren in die Gesundheitsprävention mit eingebunden.

Chlorella kann die Leberwerte ALT uns AST senken

Auch auf die Leber wirkt sich die Einnahme von Chlorella positiv aus. So konnte in einer Studie mit Fettlebererkrankung gezeigt werden, dass die Einnahme von 300 mg Chlorella pro Tag bei Patienten mit einer Fettleber nach acht Wochen die Leberwerte ALT und AST im Blut signifikant senkte2.

Stärkt das Herz-Kreislauf-System

Des Weiteren deuten Studienergebnisse darauf hin, dass die Einnahme von Chlorella eine blutdrucksenkende Wirkung hat3.

Unterstützt die Darmbarriere

Zudem tragen Chlorella Algen auch dazu bei, den oxidativen Stress im Darm zu verringern. So belegen Studienergebnisse, dass die Darmflora durch die Einnahme von Chlorella Algen gestärkt wird und mit ihr die natürliche Barrierefunktion der Darmschleimhaut gegenüber pathogenen Krankheitserregern und Schadstoffen4.

Chlorella enthält Sporopollenin

Neben etlichen weiteren Pflanzenstoffen enthält Chlorella auch das sog. Sporopollenin, ein Carotin-ähnlicher Inhaltsstoff, der sich in der mehrschichtigen Zellwand der Alge befindet. Dieser bindet Schwermetalle, allem voran Quecksilber, aus dem umgebenden Wasser der Alge unumkehrbar an sich und sorgt dafür, dass die Schadstoffe nicht ins Innere der Chlorella gelangen.


Gut zu wissen: Beim Kauf von Chlorella Algen sollte unbedingt auf die Anzucht-Bedingungen geachtet werden

Aufgrund dieser außerordentlichen Fähigkeit von Chlorella, Schwermetalle und Giftstoffe wie ein Schwamm aufzunehmen und zu binden, ist es besonders wichtig, dass die zum Verzehr bestimmten Algen in sehr reinem Wasser gezüchtet werden. Andernfalls kehrt sich die Eigenschaft Chlorellas zum Nachteil um und der Körper läuft Gefahr, mit Schwermetallen belastete Algen aufzunehmen.

Zum Schutz vor Verschmutzung und Kontamination hat sich daher die Anzucht von Chlorella als Nahrungsergänzungsmittel in einem geschlossenen Röhrensystem unter Verwendung hochreiner Wasserqualität bewährt.

Chlorella vulgaris und Spirulina platensis – ein Vergleich

Wie Chlorella vulgaris zählt auch Spirulina platensis zu den Mikroalgen. Diese können wie im Falle von Chlorella vulgaris entweder im Süßwasser oder wie im Falle von Spirulina platensis im Salzwasser vorkommen. Dabei enthalten beide Mikroalgen wertvolle Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und verfügen über einen hohen Proteingehalt bei gleichzeitiger Kalorienarmut.

Dennoch besitzen beide auch ganz individuelle Stärken und Vorteile, mit denen sie gezielt unterstützen können. Die nachfolgende Tabelle gibt einen vergleichenden Überblick über die wichtigsten Merkmale.

Chlorella vulgaris

Spirulina platensis

  • kugelförmige Mikroalge, eukaryontischen Ursprungs (= das bedeutet, dass die Alge einen Zellkern hat und zu den höher entwickelten Lebewesen gehört, zu denen auch die Pilze, Pflanzen, Tiere und Menschen zählen)
  • 10-mal größer als Spirulina
  •  fadenförmige Mikroalge, prokaryontischen Ursprungs (= das bedeutet, dass die Alge keinen Zellkern hat und zu den niederen Lebewesen, in diesem Fall zu den Bakterien gezählt wird; daher auch ihr alternativer Name „Cyanobakterium“ bzw. Blaualge)
  • 10-mal kleiner als Chlorella (1/1000 mm)
  • enthält für den Menschen verwertbares Vitamin B12
  • sehr proteinreich (geringerer Proteinanteil als Spirulina)
  • das enthaltene Vitamin B12 ist für den Menschen nicht verwertbar
  • sehr proteinreich (mit 60 % höherer Proteinanteil als Chlorella)
  • enthält Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien
  • gute Quelle für Chlorophyll und damit auch für Magnesium, das essenziell für den Energiestoffwechsel ist

Tab. 1: Vergleich von Chlorella vulgaris und Spirulina platensis

Fazit: Chlorella vulgaris ist ein wahres Nährstoffwunder und besonders für Vegetarier und Veganer interessant

Chlorella vulgaris ist eine besondere Mikroalge, die sich dank ihres hohen Vitalstoff-Reichtums bei gleichzeitiger Kalorienarmut hervorragend dazu eignet, die eigene Ernährung aufzuwerten. Ihr hoher Eisengehalt zusammen mit dem Vitamin B12, das auch für den menschlichen Organismus verwertbar ist, macht sie dabei zu einer interessanten Ergänzung für Vegetarier und Veganer.

Quellen

  1. F. Watanabe, S. Takenaka, H. Kittaka-Katsura, S. Ebara, and E. Miyamoto, “Characterization and bioavailability of vitamin B12-compounds from edible algae,” J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo), vol. 48, no. 5, pp. 325–331, 2002, doi: 10.3177/JNSV.48.325. [Accessed: Dec. 14, 2022]
  2. M. Ebrahimi-Mameghani, S. Aliashrafi, Y. Javadzadeh, and M. AsghariJafarabadi, “The Effect of Chlorella vulgaris Supplementation on Liver Enzymes, Serum Glucose and Lipid Profile in Patients with Non-Alcoholic Fatty Liver Disease,” Health Promot Perspect, vol. 4, no. 1, p. 107, 2014, doi: 10.5681/HPP.2014.014. [Accessed: Oct. 25, 2022]
  3. M. Shimada et al., “Anti-hypertensive effect of gamma-aminobutyric acid (GABA)-rich Chlorella on high-normal blood pressure and borderline hypertension in placebo-controlled double blind study,” Clin Exp Hypertens, vol. 31, no. 4, pp. 342–354, 2009, doi: 10.1080/10641960902977908. [Accessed: Oct. 25, 2022]
  4. A. Bedirli et al., “Administration of Chlorella sp. microalgae reduces endotoxemia, intestinal oxidative stress and bacterial translocation in experimental biliary obstruction,” Clin Nutr, vol. 28, no. 6, pp. 674–678, Dec. 2009, doi: 10.1016/J.CLNU.2009.06.001. [Accessed: Oct. 25, 2022]
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