
Sportliche Leistungsfähigkeit verbessern durch Propionsäure
Inhaltsverzeichnis
- Das Darmmikrobiom bei sportlicher Höchstleistung
- Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Propionsäure auf den Gesamt-Stoffwechsel bei Ausdauertraining
- Das Phänomen des Läuferdarms („Runner´s Gut“) bei Wettkämpfen
- Fazit
Das Darmmikrobiom bei sportlicher Höchstleistung
So wurde in einer Studie mit 87 Hochleistungssportlern – darunter Olympiaruderer und Marathonläufer anhand von Stuhlproben nachgewiesen, dass durch die höhere Milchsäurebildung beim Ausdauersport besonders das Wachstum einer bestimmten Bakterienart begünstigt wurde.
Diese sog. Veillonella-Bakterien wandeln die anfallende Milchsäure vermehrt zu kurzkettiger Propionsäure um. Propionsäure wiederum dient dem menschlichen Körper für eine gesteigerte Energieerzeugung. Mit dem Ergebnis: Wer in der Studie Propionat-produzierende Bakterien im Darm besaß, war 13 % leistungsfähiger als Probanden ohne diese Bakterienart1,2.
Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Propionsäure auf den Gesamt-Stoffwechsel bei Ausdauertraining
Darüber hinaus wirkt sich Propionsäure auch positiv auf die Herzfrequenz und den Sauerstoffverbrauch aus. Vor allem wenn dem Körper Höchstleistungen abverlangt werden, ist ein optimales Zusammenspiel von Blutkreislauf, Muskulatur und Atmung wichtig, um den Körper mit ausreichend Energie und Sauerstoff zu versorgen3.
Energiebereitstellung aus Kohlenhydraten
Gerade in der Anfangsphase des Trainings ist der Körper auf eine schnelle Energiebereitstellung aus Kohlenhydraten angewiesen. Propionsäure steigert die Insulinempfindlichkeit des Körpergewebes für eine effektivere Zucker-Verstoffwechselung. Damit kann Glukose leichter aus dem Blut in die Körperzellen gelangen und sie mit Energie versorgen3.
Energiebereitstellung aus Fetten
Eine wesentlich effizientere Energiequelle stellen dagegen die Fettspeicher unseres Körpers dar. Sie ermöglichen sehr lange Ausdauerleistungen und werden erst nach längerer, intensiver Belastungsphase mobilisiert. Propionsäure steigert die Fettverbrennung und unterstützt dadurch den Körper auch bei der langfristigen Energiebereitstellung3.
Das Phänomen des Läuferdarms („Runner´s Gut“) bei Wettkämpfen
Auch als Läuferdarm oder „Runner´s Gut“ wird das Phänomen bezeichnet, wenn Sportler beispielsweise nach einem Marathonlauf unter Durchfall leiden. Grund hierfür: Während der intensiven, sportlichen Belastungsphase werden vor allem Muskeln, Herz und Lunge durch die Blutzirkulation versorgt. Die Blutversorgung des Magen-Darm-Trakts sinkt dagegen auf 60-70 % ab.
Die Darmschleimhaut wird als Folge der schlechten Durchblutung und Sauerstoffversorgung durchlässiger für Giftstoffe (sog. Endotoxine) gesundheitsgefährdender Bakterien. Diese gelangen über die Darmbarriere in den Blutkreislauf und rufen Entzündungsprozesse im Körper hervor. Unser Immunsystem wird gereizt und Übelkeit, Erbrechen, Bauchweh bis hin zu Durchfall sind die Folge.
Propionsäure stärkt unser Darmmikrobiom
Propionsäure stärkt die Stabilität der Darmschleimhaut, so dass keine bakteriellen Endotoxine in den Blutkreislauf gelangen können. Außerdem schützt sie dank ihrer antimikrobiellen Eigenschaften die empfindliche Darmflora und kann die Ausbreitung pathogener Bakterienarten wie z.B. Salmonellen an der Darmbesiedelung hindern. Auch immunaktivierende und immunsteigernde Eigenschaften zeichnen die Propionsäure aus3.
Fazit
Propionsäure ist ein wichtiger Verstärker bei der Optimierung des Stoffwechsels und der Energiebereitstellung und schafft damit die Grundvoraussetzung, um körperliche Höchstleistungen zu erzielen. Darüber hinaus stärkt es unser Immunsystem und schützt die Darmflora, damit wir auch langfristig Freude am Sport haben.
Quellen
- W. Barton et al., “The microbiome of professional athletes differs from that of more sedentary subjects in composition and particularly at the functional metabolic level”, doi: 10.1136/gutjnl-2016-313627.
- J. Scheiman et al., “Meta-omics analysis of elite athletes identifies a performance-enhancing microbe that functions via lactate metabolism,” Nat Med, vol. 25, no. 7, pp. 1104–1109, 2019, doi: 10.1038/s41591-019-0485-4.
- S. H. Al-Lahham, M. P. Peppelenbosch, H. Roelofsen, R. J. Vonk, and K. Venema, “Biological effects of propionic acid in humans; metabolism, potential applications and underlying mechanisms,” Biochimica et Biophysica Acta - Molecular and Cell Biology of Lipids, vol. 1801, no. 11, pp. 1175–1183, Nov. 2010, doi: 10.1016/J.BBALIP.2010.07.007.